Nicht mehr aktuell!
Bitte besuchen Sie
die Website:
REHAVISTA Logo
Home
Sitemap
dIB
Produkte
Knowhow
Service
Home : Knowhow : Forum : Muli
 G. Kruse, U.Lüninghöner: Therapeutisch-pädagogischer Erfahrungsbericht
Einen Anwenderbericht zum Steuergerät MULI wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Er entstand an der Rhein. Schule für Körperbehinderte in Wuppertal.

 

 


Steuergerät MULI

Kinder müssen spielen! Was aber tun, wenn eine Behinderung das spielerische Begreifen und Erfahren behindert? Aus diesen Überlegungen heraus entstand an der Georg-Simon-Ohm Fachhochschule, Nürnberg der "Programmierbare Vielfachschalter" PVS.

Wir von dIB ELEKTRONIK haben uns um die marktfähige Realisierung dieses Projektes bemüht und so entstand MULI: ein System mit dem Kinder, die selbst nur eine Taste bedienen können viele elektrische Spielzeuge "zum Laufen" bringen. Einen Anwenderbericht zum Steuergerät MULI wollen wir Ihnen nicht vorenthalten. Er entstand an der Rhein. Schule für Körperbehinderte in Wuppertal.


G. Kruse, U.Lüninghöner :
Therapeutisch-pädagogischer Erfahrungsbericht

Wir haben die Umweltsteuerung MULI über einen Zeitraum von ca. 3 Monaten in unserer Schule getestet. Neben der Einzelförderung im Rahmen der Ergotherapie wurde das Gerät im Klassenunterricht eingesetzt. Unsere Ziele waren dabei, spielerisch die Fähigkeiten der Sensorbedienung sowie der Raum- und Zeiterfassung zu verbessern. Der Einsatz erfolgte bei körperbehinderten SchülerInnen im Alter von 10-15 Jahren, vorwiegend bei Schwerstmehrfachbehinderten.

In allen Fällen haben wir als Spielgerät den Kran oder das Auto an die Steuerung angeschlossen und diese mit einem Sensor angesteuert.

Das Gerät wirkt auf SchülerInnen sehr motivierend und animiert zur vielfachen Betätigung des Schalters. Als sehr positiv haben sich die unterschiedlichen Programmierungsmöglichkeiten herausgestellt. Die Leuchtfelder sind groß und deutlich und mit Hilfe der flexiblen Aufnahme für die meisten SchülerInnen gut sichtbar einzustellen. Für SchülerInnen, die in ihren Bewegungen sehr eingeschränkt sind, ist es ein großes Erfolgserlebnis, einen Kran bzw. ein Auto mit nur einem Schalter so zu steuern, daß sie verschiedene Funktionen ausführen. Das Scanningverfahren sowie die Umsetzung von Angaben auf dem Display wird geschult.

Neben den positiven Erfahrungen haben sich folgende Problematiken beim Gebrauch des MULI's ergeben (insbesondere für schwerstmehrfachbehinderte SchülerInnen):

  • Ws ist schwierig, gleichzeitig das Display und das Spielgerät anzusehen, so daß die SchülerInnen häufig zu spät reagieren und der Spieleffekt verloren geht.
  • Bei SchülerInnen, die Schwierigkeiten haben mit schnellen Bewegungen/Reaktionen, wird das Spiel in einigen Fällen beendet, ohne daß sie einen weiteren Befehl gegeben haben; z.B. ist der Eimer vom Kran oben angekommen und stoppt (d.h. kann sich nicht weiter hoch drehen), ohne daß der Schüler zwischenzeitlich auf "Stop" gedrückt hat. Der Zusammenhang zwischen Aktion (des Schülers) und Reaktion des Gerätes wird nicht richtig wiedergegeben.
  • Unserer Meinung nach hätte das Gerät einen größeren Einsatzbereich, wenn alle Steuerfunktionen mit Ausnahme der "Stop"-Funktion weiterhin über ein Display gesteuert würden, aber jedes Loslassen bzw. jeder zweite Sensorkontakt automatisch zum Stoppen des Spielgerätes führen würde. Der Einsatz eines zweiten Sensors, der nur diese Funktion hätte, wäre hilfreich.
Vielen Dank für das Ausleihen des Gerätes!

Wuppertal, den 26.02.97

G. Kruse, Ergotherapeut
U. Lüninghöner, SoL


Muli
großes Bild

MULI - multifunktionales Steuergerät

MULI ist ein Steuergerät, daß körperbehinderten Kindern oder Jugendlichen die Bedienung elektrisch gesteuerter (Spiel-) Geräte ermöglicht.

Vorausgesetzt werden motorische Fähigkeiten zur gezielten Bedienung im 1-, 2- oder 5-Sensor-Betrieb und die Fähigkeit zur Wahrnehmung von Bewegungsabläufen auf einer synoptischen Tafel (Computerbildschirm) oder über synthetische oder digitalisierte Sprache.

Verschiedene Spielgeräte können von MULI so angesteuert werden, daß es z.B. Schwerstbehinderten möglich ist, spielerisch die Fähigkeiten der Sensorbedienung, Raum- und Zeiterfassung zu trainieren. Mittels einem oder zwei Sensoren bzw. einem Joystick kann der Spielende z.B. einen fernlenkbaren Baukran oder einen Zug differenziert steuern.

Die Auswahl der zu steuernden Funktion erfolgt durch die Betätigung eines Sensors (Schalters) zum Zeitpunkt des Aufleuchtens der gewünschten Funktion auf einem der neun bzw. sechzehn Leuchtfelder der synoptischen Tafel. Das entsprechende Ausgangsrelais wird geschaltet. Außerdem erfolgt eine akustische Rückmeldung über einen Summer.

Die Leuchtdauer der Leuchtfelder sowie deren Leuchtreihenfolge und die Sensor-Betriebsart kann vom Betreuer eingestellt werden. Anstatt der Leuchttafel kann die Auswahl auch über aufgezeichnete, gesprochene Texte vonstatten gehen.

Angeboten wird MULI derzeit zur Steuerung eines fernlenkbaren Baukrans, einer Gleichspannungsmodellbahnanlage und einer "intelligenten" Mehrzugsteuerung. Weitere Geräte sind adaptierbar. bereits vorhandene elektrische Geräte können in die Bedienung eingebunden werden.


ohne Bild -gif:2K

MULI-II - multifunktionales Steuergerät für den PC-Betrieb

Bei dieser Variante wird als Anzeigetafel der Bildschirm eines IBM-kompatiblen Computers eingesetzt. Das ermöglicht zusätzlich den Einsatz von Ebenen bei der Scan-Abfolge.

Die mitgelieferte Software erlaubt das Einbinden eigener Symbolbilder und die Festlegung der bei der Auswahl eines Feldes auszulösenden Aktionen.


zum Seitenanfangzum Anfang dieser Seite

Letzte Änderung: 27.06.06
Copyright © dIB ELEKTRONIK